Künstler des Jahres 2011 - Axel Flitsch - Ein Leben voller Farbe
Einmal im Jahr zeichnet das Kultur-Netzwerk einen Kreativen zum Künstler des Jahres aus. Die Entscheidungsfindung basiert auf gelebten Fakten. Durch die Auszeichnung erhält der Künstler die Anerkennung, dass seine Arbeit und Einstellung richtungsweisend für die Kunst und Kulturszene sind und dass er seine eigene Welt überzeugend nach außen trägt.
Bei der Wahl werden folgende Elemente berücksichtigt: Motivation, Philosophie und wie diese in den Arbeiten umgesetzt werden. Technik, Qualität, Präsentation und persönlicher Entwicklungsprozess. Ausbildung, Karriere, Ausstellungen und Perspektiven des Künstlers, sowie Image, Auftreten, Standpunkt und Einstellung. Wert gelegt wird auf eine professionelle, realistische Preisgestaltung und die öffentliche Wahrnehmung und Presse. Der Award steht aber auch als Bestätigung dafür, dass die Arbeiten des Künstlers für Käufer eine zukunftssichere Investition darstellen. Erläuterungen für die Preisvergabe: Sein Werk ist geprägt von Konsequenz und Kontinuität. Seine Arbeiten sind intensiv, sowohl in den Farben, also auch in ihrer Aussage. Sie klagen an, sie rütteln auf und zerren die dunkelsten Stunden menschlicher Geschichte aus dem Vergessen. So drehen sich viele seiner Werke um den Genocid in Ruanda, um die Todesmärsche zum Ende des zweiten Weltkrieges, aber auch um Menschenrechtsverletzungen in China, um die Aufstände in Afrika, oder um Missbrauch und sexuellen Missbrauch auf der ganzen Welt. Wo immer Unrecht geschieht, entsteht bei Flitsch Kunst. Und oftmals ist er so aktuell, dass er bereits als malender Reporter bezeichnet wurde. Dabei belässt er es nicht alleine bei der Verarbeitung der Gräueltaten in seinen Kunstwerken, sondern setzt sich mit den Betroffenen selbst auseinander. Gespräche mit Zeitzeugen, das Lesen von Originaldokumenten aus den Konzentrationslagern bilden das Fundament, auf dem seine Werke entstehen. Und er geht noch weiter und lässt sich für Stunden in eine Gaskammer in einem KZ einsperren, um das Grauen noch intensiver nachvollziehen zu können und in seine Arbeit einbringen zu können. Doch auch Gespräche mit der Trägerin des Preises für Menschrechte, Eugenie Musayidire und dem Dalai Lama finden statt. Das alles führt dazu, dass er auf den Bühnen der Nürnberger Nachrichten interviewt wird und nach München und Las Vegas zu Vorträgen über Menschenrechte eingeladen wird. Dabei belässt er es nicht beim Reden, sondern leistet in vielen Fällen, mit Teilen aus dem Erlös seiner Kunstwerke, tätige Hilfe. So hat er im letzten Jahr den Bau eines Krankenhauses an der Elfenbeinküste unterstützt, bei der Hungersnot in Somalia und den Erdbebenopfern in Japan geholfen. Und dann gibt es da noch die andere Seite von ihm, die sanfte, die zarte und hoffnungsvolle. Seit knapp einem Jahr engagiert er sich bei dem internationalen Kunstprojekt „Wenn Richten, ... dann Aufrichten". Es sind eine Vielzahl eigener Interpretationen entstanden und Gemeinschaftswerke mit dem Initiator des Projektes Peter H. Kalb. Zwei eigenständige Künstler, die sich auf einer Leinwand zusammenfinden und daraus etwas vollkommen Neues machen. So entstand eine Arbeit mit Hakenkreuz und dem Inhalt von einem Originaldokument aus dem KZ Auschwitz mit dem Titel „Liebe IST". Es zeigt das, was immer bleibt, auch wenn die Umstände hoffnungslos sind. Und so kann man wohl auch sein gesamtes künstlerisches Streben darauf zurück führen. Auch wenn die Welt aus den Fugen gerät, auch wenn man kaum die Hoffnung haben kann, dass der Mensch sich ändert, was bleibt ist seine Kunst, seine Aufforderung und die Zuversicht, dass alles möglich ist, wenn sich genug Menschen finden, die für Humanität eintreten, so wie er es in all den Jahren getan hat und immer noch tut. Flitsch malt Bilder, wie gute Kriegsreporter Fotos machen. Er vermag es Themen so darzustellen, dass es einem vor seinen Bildern die Tränen in die Augen treibt. Es sind unglaublich bunte und strahlende Werke, die erst auf den zweiten Blick ein grausames Morden darstellen. Axel Flitsch - Ein Leben voller Farbe. Ausgewählte Arbeiten mit Beschreibung unter: KommentareZu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Weitere Artikel
Izere ist das ruandische Wort für Hoffnung - Hoffnung ist Aufrichten
Der Eine hat es gesehen, der Andere kennt es aus Erzählungen und Berichten. Den Völkermord in Ruanda. Der Eine malt klare, sanfte Bilder, der Andere malt das Chaos. Und Beide malen ein Bild zum gleichen Thema. Gemeinsam. Der erste Entwurf zeigte eine ruandische Landschaft. In rotbraunen Erdtönen. Im Vordergrund ein paar weiße Holzkreuze. [mehr]
Aufbauen, Ausstellen, Abbauen – eine etwas andere Ausstellung
Bei vielen Ausstellungen herrscht am Tag der Vernissage reger Betrieb und dann hängen die Bilder wochenlang, einsam in irgendwelchen Räumen. Warum also nicht nur mal für einen Tag ausstellen? Dies dachten sich die nordbayerischen Künstler Peter H. Kalb, Axel Flitsch, Peter Tost und Lutz Bechauf, als sie gefragt wurden, ob sie nicht zu einem Firmenjubiläum ausstellen wollten.
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Die Geschichte des Eies, oder Eier die Geschichten erzählen
Sie schreibt, sie denkt und sie hat das Ei neu erfunden, die Künstlerin Cosia Immerscheen. Sie hat etwas genommen, was wohl jeder kennt. Ein Jeder hat es schon roh, gekocht oder gebraten gesehen. Aber noch Niemand hat gesehen, welche Geschichten in einem Ei stecken. Mit Ihren grafischen, fotografischen Bildern, gibt sie den Eiern die unterschiedlichsten Gesichter und bringt sie zum Sprechen. [mehr]Diese Seite verlinken |

