Der 11. September ist schon unzählige Male dargestellt worden, so noch nie
Die Bilder des 11. September gingen und gehen um die Welt. Ein Attentat in dieser unvorstellbaren Dimension gab es noch nie und wird es hoffentlich auch in Zukunft nicht mehr geben. Jetzt nach 10 Jahren entsteht am Ground Zero ein Mahnmal, der Freedom Tower. 2417 Fuß Höhe wird er haben. Für jedes der Opfer einen Fuß.
Und noch immer gibt es Menschen, die sich intensiv mit dem Attentat beschäftigen. Zum einen Kriminologen, die forensische Untersuchungsmethode weiter entwickeln. Um auch den letzten 1000 Opfern sterbliche Überreste zuweisen zu können. Eine schwere Arbeit, aus 22.000 restlichen menschlichen Überresten die 1000 Opfer zu identifizieren.
Axel Flitsch und Peter Kalb haben sich an dieses Thema heran gewagt. Und dann haben sie dieses Bild auch noch unter das Thema „Wenn Richten,... dann Aufrichten" gestellt. Eine mutige Idee, wo doch die Sichtweiten der Künstler sehr unterschiedlich waren. Eine mutige Idee, wenn man versuchen will „Aufrichten" mit diesem Attentat in Verbindung zu setzen, in dem unschuldige Menschen gerichtet wurden. Der erste Entwurf von Flitsch stand so auch drei Monate in Peter Kalb's Atelier, ohne das ein Pinselstrich gemacht wurde. Dann aber hatte Peter Kalb eine Idee und begann mit der Weiterführung des Werkes. Dreimal wurde die Leinwand ausgetauscht, bis dann, Anfang September ein Bild entstanden war, welches zwei unterschiedliche Sichtweisen zeigte. Aber keinerlei Harmonie.
Ja, und es war Zufall, dass dieses Bild so ein paar Tage vor dem zehnten Jahrestag auf der Staffelei stand. Es zeigte aber ein ziemliches Chaos. Mittendrin die Skulptur von Peters Projekt, dahinter eine Blick in die Wüste, verbogene Wolkenkratzer. Trümmerteile des World Trade Center, die aussahen wie ein Gartenzaun. Farben die nicht zu einander passten.
Während Kalb zu Beginn noch am Acrylglas arbeitet, ging Flitsch in das Bild. Immer wieder stoppten Pausen und Betrachtungen, wenig Worte die Arbeit. „Das da passt nicht" „Stimmt, wir haben beide 10 Minuten auf den gleichen Ausschnitt geschaut, also weg und ändern."
Nach fünf Stunden, der eher nonverbalen Kommunikation, war es dann soweit. Das Werk war fertig. Gouache, Tusche, Öl , Pigmente, Pastelle und Acrylglas auf einem Werk. Harmonisch verschmolzen.
Und doch denkbar: „Global Touch" lautet der Titel der Arbeit. Der 11. September war ein Moment der nahezu die ganze Menschheit berührte. Aus diesem Moment könnte auch die ganze Menschheit lernen. Könnten lernen „Auf zu Richten". Könnten lernen tolerant und friedvoll zu leben. Juden mit Moslems, Moslems mit Christen. Christen mit Hindus. Gläubige mit Ungläubigen. Herrscher mit Völkern. Menschen mit Menschen. http://www.world-type.de KommentareGeschrieben von Melek Baydar am 02.10.2011 14:09 UhrDanke für dieses wunderbare Kunstwerk mit der friedensstiftenden, tolerantmachenden Philosophie dahinter!Weitere Artikel
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