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26.07.2012 11:40 Uhr

Bestseller - 4 Jahre nach Tod des Autors

Da wird das Buch „Das hier ist Wasser" in Deutschland zum Bestseller, nachdem der Autor „David Foster Wallace" bereits 4 Jahre Tod ist. Diese Tatsache belehrt uns, wie langfristig im Buchmarkt geplant werden muss. Das schnelle Geld und der Erfolg sind hier definitiv nicht machbar.

Das Buch ist clever und eine Anstiftung zum Denken. David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen - eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem Hochschulabsolventen und jedem Jugendlichen mit auf den Weg geben möchte.

Was bedeutet es eigentlich, erwachsen zu sein, und wie können Menschen ihre Standardeinstellung, dass sich alles im Leben erst mal um sie selbst dreht, durchbrechen, um ein sinnvolleres und stressfreieres Dasein zu führen? David Foster Wallace zeigt in dieser kurzen Rede mit einfachen Worten, was es heißt, Denken zu lernen und erwachsen zu sein. Eine frappierende Weisheit, eine entwaffnende Moral und ein Aufruf zu mehr Empathie.

David Foster Wallace ist 1962 geboren und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. "Kleines Mädchen mit komischen Haaren", "Schrecklich amüsant", "Kurze Interviews mit fiesen Männern", "Der Besen im System", "In alter Vertrautheit", "Vergessenheit". Zuletzt erschien auf Deutsch "Alles ist grün". Sein berühmtester Roman "Unendlicher Spaß" hat sich bisher über 100.000 Mal verkauft.
Die Übersetzung seines letzten Romans "The Pale King" ist in Vorbereitung. David Foster Wallace starb am 12. September 2008.

Was lernen wir aus diesen Fakten?

Im Buchmarkt sind nicht kurzweilige Erfolge maßgeblich. Schreiben ist eine Lebensaufgabe und eine Philosophie. Natürlich kann nicht jeder einen Bestseller schreiben, dennoch sollten es nur diejenigen versuchen, die es eben nicht nur versuchen oder testen wollen, sondern die es als Lebensaufgabe annehmen können.

26.07.2012 Bernhard Wiesbeck

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