leichtfüssig
Wilhelm Fink
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Erstellt: 12.02.2012 14:19 Uhr
wär doch schön, hier zu plaudern - du wirfst etwas hoch in die Luft - wenn es herunterkommt wird es aufgeschnappt - alles KREATIVE pflücken wir uns aus dem CHAOS heraus - ein winziker Kick, schon der kleinste Stoss - sie können dich in Bewegung setzen - jede Reise beginnt mit dem erstern Schritt - heute habe ich die ersten Kontakte begonnen - ich fing an mit Birgit Maria Hoepfner
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Themen? der winzige Durchschlupf (wie ein Mini-Mauseloch) zum ersten Erfolg - Nieder- und Rückschläge - Freundschaften unter Kreativen - wie kommen die Einfälle bei mir am besten? Link: http://unterholz.com
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Wilhelm Fink
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Erstellt: 12.02.2012 15:22 Uhr
Themen-Vorschlag. - Die Schauspielerin (http://de.wikipedia.org/wiki/Karoline_Herfurth) fiel mir in dem Film >Ein Winter Ein Jahr< auf, der 1988 in Toronto einen Preis bekam und vor zwei, drei Wochen im TV gebracht wurde. Karlonie Herfurth berichtet, auch heute vom Berliner Filmfestival, laufend auf facebook unter ihrem Namen. Mein Einwand war, es ging um eine TV-Diskussion mit den ZETTL-Akteuren und dem Regisseur, das EIGENTLICHE stünde ihr erst noch bevor und sie habe sich in der Runde zu Recht zurechtgehalten. (Ein anderer facebook-user meinte, Karoline Herfurth habe sich dort gelangweilt).
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Wilhelm Fink
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Erstellt: 12.02.2012 17:49 Uhr
auch ERNSTE THEMEN KÖNNEN BESPROCHEN WERDEN. - - -
Ich halte es für meine Leistung, ein oft "anfallartiges" Leben bisher mehr oder weniger gemeistert zu haben. Manche mentalen Krankheiten bewirken ähnliche Zustände. Dostojevski schildert in seinem Roman "Der Idiot" einen epileptischen Anfall der Hauptperson, des Fürsten Myschkin. Hier ein (gekürzter) Auszug:
Die Treppe war, wie in allen alten Häusern, von Stein, dunkel, eng und wand sich um eine dicke, steinerne Säule herum. Auf dem ersten Absatz befand sich in dieser Säule eine nischenartige Vertiefung, nicht mehr als einen Schritt breit und einen halben Schritt tief. Ein Mensch konnte jedoch darin Platz finden. Wie dunkel es auch war, so unterschied der Fürst doch sogleich, daß sich hier in dieser Nische ein Mensch versteckt hatte. In dem Fürsten wurde plötzlich der Wunsch rege, vorbeizugehen und nicht nach rechts zu blicken. Er tat noch einen Schritt, konnte sich aber doch nicht beherrschen und wandte sich um.
Die zwei Augen von vorhin, eben dieselben Augen, begegneten auf einmal seinem Blick. (- - ) Dann war es, als ob sich auf einmal etwas vor ihm öffnete: ein ungewöhnliches, inneres Licht erhellte seine Seele. Dies dauerte vielleicht eine halbe Sekunde; aber er erinnerte sich doch deutlich und bewußt an den Anfang, an den ersten Laut eines furchtbaren Schreis, der sich von selbst seiner Brust entrang, und den er mit keiner Anstrengung hätte zurückhalten können. Dann erlosch sein Bewußtsein, und es trat völlige Finsternis ein.
Er hatte einen epileptischen Anfall bekommen, nachdem diese Krankheit ihn schon so lange Zeit nicht mehr heimgesucht hatte. Bekanntlich treten die epileptischen Anfälle, namentlich soweit dabei das Hinstürzen selbst in Frage kommt, ganz plötzlich ein. In dem Augenblick, wo sie eintreten, verzerrt sich auf einmal das Gesicht außerordentlich, und besonders wird der Blick entstellt. Krämpfe und Zuckungen ergreifen den ganzen Körper und alle Gesichtsmuskeln. Ein furchtbarer, unbeschreiblicher und mit nichts zu vergleichender Schrei ringt sich aus der Brust; in diesem Schrei verschwindet sozusagen alles Menschliche, und es ist für einen Beobachter unmöglich oder wenigstens sehr schwer, sich vorzustellen und zu glauben, daß derjenige, der da schreit, wirklich eben dieser Mensch ist. Man kann sich dabei sogar einbilden, daß da ein anderer schreie, der sich im Innern dieses Menschen befinde. Wenigstens haben viele den empfangenen Eindruck so geschildert; bei vielen ruft der Anblick eines Menschen, der einen epileptischen Anfall durchmacht, ein unerträgliches Entsetzen hervor, das sogar etwas Mystisches an sich hat. (- -) Infolge der Krämpfe, der Zuckungen und des Umsichschlagens rutschte der Körper des Kranken die Stufen hinab . . .
>< Der Philosoph Peter Sloterdijk und sein Kreis haben einen Preis gestiftet, der nach der Roimanfigur benannt worden ist > http://www.hfg-karlsruhe.de/news/hfg-karlsruhe-verleiht-myschkin-preis.html
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Wilhelm Fink
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Erstellt: 14.03.2012 10:06 Uhr
Im Netze unterwegs wie ein Fisch der sich das passende Raster sucht, das ihn durchschlüpfen läss. - Manchmal können wir uns schlanker und dehnbarer machen, als wir glauben. Für Minuten sind wir eins sogar mit Menschen, die Freilandnaturen sind, die ein Kämpferinnenherz haben, die noch nachts, wenn keiner mehr scharrt oder aus der offenen halben Stalltür heraus wedelt, ihre Sprüche sprechen, die den Freund erreichen.
Ich wünsche einen wonnigen Mittwoch.
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Angelika Röhrig
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Erstellt: 15.03.2012 09:58 Uhr
Auch Schlüssellöcher haben ihren Reiz. Man sieht einen winzigen Ausschnitt und darin vielleicht einen zappelnden Fisch. Er weckt Interesse. Auch so kann Text sein, ohne gleich alles zu verraten, doch ganze Vorstellungswelten zu wecken.
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Wilhelm Fink
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Erstellt: 15.03.2012 10:18 Uhr
ja, du sprichst es aus. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Ich gebe, wie der Junge beim Drachen-Segeln, Bott frei, mit diesem Text an die Wochenzeitschrift DIE ZEIT.
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Arbeitsbeginn in der Redaktion / keine Antrittsansprache, kein Grundsatzprogramm / Nur einfach beginnen, / dem Anfang mag manches innewohnen / vielleicht ein Zauber - - Hölderlin hatte etwas, das nannte er Projektemacherei / und Brecht zog sich von Hölderlin bei der Arbeit zur Antigone einige Aphorismen heraus: - «Denn der hat viel gewonnen, der das Leben verstehen kann, / ohne zu trauern.»
Aus dem Ingeborg-Bachmann-Land plötzlich in den Norden zu kommen, da heißt es, die Ebene und den weiten Himmel nicht nur im ZEIT-Haus, sondern auch einmal weit draußen zu erleben, noch hinter Blankene und Wedel, noch hinter der Haseldorfer Marsch, zum Beispiel an der Stör, bei Wewelsfleth, ein Flurstück dort heißt «Störfeld»:
Leuchten wächst dir unter die Braue
du stehst gegen den Wind gedrückt
auf dem Sommerdeich
im Hintergrund geht ein weißer Raum auf
in dir selbst - Blenden öffnen sich, Vorhänge
eine Aufhellung des Gehirns
du selbst wirst zur »Birne«
bist in dir bis ins letzte in Licht getaucht
Überstrahlung, Befeuerung im Übermaß
du wirst überschüttet
der Weltraum
hat sich auf dich eingeschossen
weiß faucht das Bewußtsein
Die Wolken öffnen sich, der Nebel über der Fläche
flieht in das Knüppelgehölz
Leuchten wächst dir unter die Braue
Zukneifen der Augen bringt nichts
Selbst durch die flache Hand glüht gelb die Befeuerung
klarer Himmel heute, ein extra-helles Störfeld
bei Wewelsfleth kurz vor Brokdorf
Mit Sonnenzeichen auf der Haut
fährst du zurück in deine Behausung
Lichtkringel im Gehirn
Das ist ein ganz neuer Tag
das Herz springt
in Lichtstößen nach vorn
es schubst dir immer neue
Boten- und Erregungsstoffe zu
deine Meldezentren
sind aufgescheucht
Jetzt ganz wach zu sein
ein heller Kopf
alles mit neuem Umriß sehen
Sigrid Löffler
in feinster Körnung:
Ein von Licht durchschossenes Raster
endlich einmal
der Durchblick
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Dies zum Arbeitsbeginn in der ZEIT, vielleicht als Anfütterung willkommen als Gruß:
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